Recherche: Soft Things (AT)

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In diesem Projekt wollen wir uns mit Weich­heit beschäf­ti­gen, als eine Quali­tät, die symbo­lisch hoch aufge­la­den und gleich­zei­tig eine zentrale Dimen­sion von Körpern ist – mensch­li­cher und nicht-mensch­li­cher Art. Asso­zi­iert mit (Ver-)Formbarkeit, Fragi­li­tät und Fein­heit als mate­ri­ell-körper­li­che Eigen­schaf­ten, aber auch Nach­gie­big­keit, Gefü­gig­keit und Schwä­che als emotio­nal-mora­li­sche Eigen­schaf­ten, wird Weich­heit häufig als eine expli­zit weib­li­che Eigen­schaft wahr­ge­nom­men. Welche Stereo­type spie­geln sich in dieser Gleich­set­zung von Weib­lich­keit mit Weich­heit und wie können wir sie perfor­ma­tiv unter­wan­dern? Folie und Meta­pher für unsere Ausein­an­der­set­zung mit Weich­heit ist die Qualle – ein Wesen, dass in seinen sanf­ten, pulsie­ren­den Bewe­gun­gen unglaub­lich anmu­tig erschei­nen und gleich­zei­tig durch seine Anders­ar­tig­keit Ekel und Angst provo­zie­ren kann. Qual­len haben einen einzig­ar­ti­gen Lebens­zy­klus, der sexu­elle und asexu­elle Vermeh­rung beinhal­tet. Ihre Körper bestehen zu fast 99 Prozent aus Wasser. Sie haben keine Knochen, kein Hirn und kein Herz. Im wissen­schaft­li­chen Sprach­ge­brauch auch als ‚Medusa‘ bezeich­net, hat uns die Qualle zum grie­chi­schen Mythos geführt, in dem sich popu­läre Narra­tive über Weib­lich­keit entfal­ten. Ausge­hend von dieser einzig­ar­ti­gen Exis­tenz möch­ten wir eigene Formen des Quee­ring entwi­ckeln, also Prak­ti­ken, in denen wir uns kritisch mit norma­ti­ven Bildern von Weib­lich­keit ausein­an­der­set­zen.

Konzept und Reali­sie­rung: Iva Svesht­arova und Rose Beer­mann

Im Rahmen der Post­gra­du­ier­ten­för­de­rung der Hessi­schen Thea­ter­aka­de­mie hatten wir im Früh­ling 2018 die Möglich­keit, über die Idee von ‚Hyper-Weib­lich­keit‘, das Leben der Qual­len und Thea­ter-histo­ri­sche Hinter­gründe zur Darstel­lung von Weib­lich­keit zu forschen.